Konzept unseres Kindergartens

1.

Grundsätze der pädagogischen Arbeit

1.1

Grundsätze des Bayerischen Bildungs- und Erziehungsplans

Der neugeborene Mensch kommt als „kompetenter Säugling“ zur Welt. Kinder gestalten ihre Bildung und Entwicklung von Geburt an aktiv mit. Jedes Kind unterscheidet sich durch seine Persönlichkeit und Individualität von anderen Kindern. Kinder haben Rechte – universell verankert in der UN Kinderrechtskonvention.
Bildung im Kindesalter gestaltet sich als sozialer Prozess, an dem sich Kinder und Erwachsene aktiv beteiligen. Somit erwerben Kinder Kompetenzen, Werthaltungen und Wissen an vielen Bildungsorten.
Bildung ist ein lebenslanger Prozess!

1.2

Grundhaltung der pädagogischen Fachkräfte

In der situationsorientierten Arbeit sehen wir uns als Entwicklungsbegleiter und Partner der Kinder.
Die Rolle der Erwachsenen aus Sicht des Bildungsplans ist eine impulsgebende und unterstützende Begleitung durch einfühlsame Zuwendung und reflektierende Beobachtung. Eine ganz entscheidende Rollenzuweisung, die ihren Niederschlag auch in der Aus- und Fortbildung der Erzieherinnen findet.
Im Umgang mit dem Kind legen wir besonders Wert auf Impulsgebung und Hilfestellung, Regeln, Grenzen, Konsequenzen für Schutz und Sicherheit zum Wohlergehen aller Kinder, Gleichbehandlung aller Kinder, Hilfe zur Selbsthilfe, Unterstützung und Ergänzung, individuelles und flexibles Handeln dem einzelnen Kind gegenüber, jedem Kind Respekt und Akzeptanz entgegenzubringen, gezielte Förderung der Kinder und Dokumentation der pädagogischen Arbeit.

2

Förderung der Basiskompetenzen

Als Basiskompetenzen werden grundlegende Fertigkeiten und Persönlichkeitscharakteristika bezeichnet. Das Kind wird befähigt mit anderen Kindern und Erwachsenen in Kontakt zu treten und diesen aufrecht zu erhalten, und sich mit den Gegebenheiten in seiner alltäglichen Umgebung zurecht zu finden. Zu den Basiskompetenzen zählen Selbstwertgefühl, Eigenmotivation, kognitive Kompetenzen, physische Kompetenzen, soziale Kompetenzen, Wertehaltung und Orientierungskompetenzen sowie lernmethodische Kompetenzen.

2.1

Bildungsziele/Basiskompetenzen und deren Umsetzung in unserer Einrichtung

2.1.1

Sozialerziehung

In unserer Einrichtung wird jedes Kind als eigene Persönlichkeit angesehen und mit Achtung und Respekt behandelt. Die Kinder haben hier die Gelegenheit, Beziehungen aufzubauen, die durch Sympathie und gegenseitigen Respekt gekennzeichnet sind. Wichtige Gesichtspunkte der Sozialerziehung sind gegenseitige Hilfsbereitschaft, Rücksichtnahme, sowie Ehrlichkeit und Courage. Kinder sollen lernen Gefühle angemessen auszudrücken, die der andern zu respektieren und Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen. Konfliktlösungsstrategien erlernen und anwenden sowie Konflikte angemessen austragen zu können sind von großer Bedeutung. Jedes Kind soll seine Rolle in der Gemeinschaft finden und sich in der Gruppe einfügen können.

2.1.2

Bewegungserziehung

Zu den grundlegenden Betätigungs- und Ausdrucksformen von Kindern zählt neben dem Spielen die Bewegung. Kinder haben einen natürlichen Drang und eine Freude daran sich zu bewegen. Dabei werden Bewegungsabläufe gefestigt und ein positives Körpergefühl aufgebaut. Bewegung ist für sie wie Sprechen, Singen und Tanzen elementares Ausdrucksmittel und zugleich Grundlage ihrer Handlungsfähigkeit. Wir bieten den Kindern hierzu vielfältige Möglichkeiten Waldtage, Spaziergänge, gezielte Bewegungseinheiten, Bewegung im Garten, Tanz und Rhythmik. In der frühen Kindheit ist Bewegung nicht nur für die motorische, sondern auch für die kognitive, emotionale und soziale Entwicklung und damit für die gesamte Entwicklung von herausragender Bedeutung.

2.1.3

Ethische und religiöse Erziehung

Ethische und religiöse Bildung und Erziehung haben ihre Grundlage in der Bayerische Verfassung und garantieren die Glaubens und Gewissensfreiheit.
Dies ermöglicht Kindern die Auseinandersetzung und Identifikation mit Sinn und Wertesystemen.
Als katholische Einrichtung vermitteln wir den Kindern Werte und Normen der katholischen Kirche durch Feste des Kirchenjahres, Gebete, Gottesdienste aber auch im täglichen Umgang mit Liedern, Geschichten, Märchen und Ritualen.
Durch unsere eigene bewusste Vorbildhaltung bringen wir den Kindern auch Akzeptanz gegenüber anderen Religionen näher und achten die Würde jedes Menschen.

2.1.4

Ästhetische, bildnerische und kulturelle Bildung und Erziehung

Ästhetische, bildnerische und kulturelle Bildung bedeutet für uns, Kinder in ihrer Gesamtpersönlichkeit zu fördern. Sie versucht Kopf (Kognition) Herz (Emotion) und Hand (Motorik) mit ihren Angeboten zu erreichen. Kinder brauchen für ihr eigenes Lernen ästhetische Erfahrung = d.h. ich nehme wahr mit allen Sinnen. Die Kinder lernen vielfältigste Materialien, Werkzeuge, Techniken, deren Beschaffenheit und Eigenschaften kennen. Mit ihrem Schatz an Ideenreichtum und Phantasie erhalten sie Einblick in verschiedene Lebensformen, lernen verschiedene Spielbereiche kennen und erhalten ein Gefühl für Farben und Formen. Durch ganzheitlich kreative Angebote wie Rollenspiele, Märchen, Theater, Klanggeschichten, Meditationen, Werken und Sinnesschulung bieten wir den Kindern hierfür Ausdrucksmöglichkeiten. Durch eine angemessen Dekoration und eine bewusste Aufbereitung und Darstellung der Materialien fördern wir die ästhetische Wahrnehmung der Kinder.

2.1.5

Umwelterziehung

Die Kinder sollen eine Wertehaltung sich selbst, anderen und materiellen Dingen gegenüber entwickeln können. Ihnen wird die Möglichkeit geboten ganzheitliche Erfahrungen in vielen Lebensbereichen zu sammeln, und das Selbstverständnis des Menschen in seinem Verhältnis zur Umwelt wahrnehmen zu lernen. Hierbei ist es uns wichtig das soziale und natürliche Umfeld der Kinder mit einzubeziehen. Dies geschieht vor allem durch alltägliche Dinge wie Mülltrennung, Verkehrserziehung, Gartenpflege, Spaziergänge, Umweltprojekte, Waldtage und Ausflüge. Dabei lernen die Kinder Zusammenhänge kennen, Verantwortung zu übernehmen, den bewussten Umgang mit Konsum und Freizeit und sie erfahren Konsequenzen ihres eigenen Handelns.

2.1.6

Mathematische Bildung und Erziehung

Wir sehen die mathematische Bildung als ganzheitliche Erziehung mit allen Sinnen. Die Welt in der Kinder aufwachsen ist voller Mathematik. Geometrische Formen, Zahlen und Mengen lassen sich überall entdecken. Entscheidend ist dabei nicht das Ausmaß solcher Angebote sondern der bewusste Umgang mit mathematischen Inhalten und Materialien. Wir machen mit den Kindern Finger-, Tisch- und Würfelspiele, Reime und Abzählverse, Lieder und rhythmische Angebote. Im Freispiel können die Kinder Erfahrungen im Umgang mit Geld, Konstruktions- und Legematerial sammeln. Darüber hinaus sind gezielte Lernangebote wichtig, in denen die Kinder „mathematische“ Denk- und Handlungsweisen erproben und einüben können. Hierzu zählen die Raumerfahrung und die Raum- Lagepositionen mit Begriffen wie oben und unten, hinten und vorne und das Aufräumen wodurch die Kinder Sicherheit in der Orientierung ihrer Umwelt erhalten. Beim Kochen und Backen werden den Kinder unter anderem die Verhältnismäßigkeiten von Mengen und Gewichten vermittelt. Durch immer wieder kehrende Rituale und feste Strukturen im Tagesablauf machen die Kinder Erfahrungen mit der „Zeit“ und entwickeln ein Zeitgefühl.

2.1.7

Naturwissenschaft und Technik

Wir wollen die natürliche Neugierde der Kinder aufgreifen und den Bezug der Kinder zu ihrer Umwelt festigen und intensivieren. Sie entwickeln ein Grundverständnis für Zusammenhänge, forschen und entdecken, beobachten und experimentieren, über Gesetzmäßigkeiten und naturwissenschaftliche Erscheinungen. Das Kind sammelt Erfahrungen mit Sachverhalten aus der technischen Umwelt und sachgerechten und sinnvollen Umgang mit technischen Geräten. Dies fördern wir durch Waldtage, Exkursionen, Experimente, Jahreszeitkalender, Naturkreisläufe, Schüttspiele, sachgerechten Umgang mit elektrischen Geräten, Werkzeugen und Sinnesübungen.

2.1.8

Sprachliche Bildung und Erziehung

Sprachkompetenz ist eine Schlüsselqualifikation und sie ist eine wesentliche Voraussetzung für schulischen und beruflichen Erfolg und für eine volle Teilhabe am gesellschaftlich-kulturellen Leben.
In unserer Einrichtung ist eine angenehme sprachfördernde Atmosphäre Grundlage für jede sprachliche Bildung und Förderung. Kinder lernen die Sprache am besten im persönlichen Kontakt, und nur durch Sprache wird ein Miteinander möglich. Das Kind erwirbt Freude am sprechen und am Dialog. Es lernt, aktiv zuzuhören, seine Gedanken und Gefühle sprachlich differenziert mitzuteilen. Wir achten auf ein gutes Sprachvorbild, erlernen Gesprächsregeln, geben Zeit zum Zuhören, vermitteln Freude an Laut-, Reim- und Wortspielen. Dies fördern wir durch Kinderkonferenzen, Bilderbücher, Geschichten, Märchen, Reime Lieder, Rollenspiele, Gespräche um nur einige Beispiele zu nennen.

2.1.9

Medienbildung

Kinder kommen von klein auf mit Medien in Berührung, in ihren sozialen Lebensräumen und in unterschiedlichen inhaltlichen und kommunikativen Kontexten. Darum ist es uns wichtig, dass Kinder den bewussten, sachgerechten, selbstbestimmten, verantwortungsvollen und altersgerechten Umgang mit Medien erlernen. Wir vermitteln den Kindern Wissen, bauen Medienkompetenz durch eine gute Ausstattung mit Informations- und Kommunikationsgeräten sowie Büchern auf und ermöglichen den bewussten Umgang mit dem Computer. Den Eltern bieten wir durch Gespräche, Fachliteratur und den Elternratgeber „Flimmo“ Hilfe und Unterstützung an.

2.1.10

Musikalische Förderung

Musik sensibilisiert alle Sinne, spricht Emotionen an und fördert die Sprachentwicklung des Kindes. Sie haben Freude daran, den Geräuschen, Tönen und Klängen in ihrer Umgebung zu lauschen und diese selbst zu produzieren. Gehörte Musik setzen Kinder in der Regel spontan in Tanz und Bewegung um. Musik ist Teil ihrer Bewegungswelt. Wichtig sind uns dabei die Förderung der Mundmotorik, Merkfähigkeit, differenziertes Zuhören, Taktgefühl, kennen lernen verschiedener Musikrichtungen und Instrumente, die eigene Singstimme zu entdecken und die Verbindung Musik in Bewegung umzusetzen. Dies fördern wir durch Liedeinführungen, Rhythmik- und Taktübungen, Klanggeschichten, Tänze, instrumentale Liedbegleitungen, Meditationen und Musik aus anderen Kulturen.

2.1.11

Gesundheitserziehung

Gesundheitsförderung hat in der elementarpädagogischen Praxis einen hohen Stellenwert. Ziele und Inhalte der Gesundheitsförderung lassen sich weitgehend in die alltäglichen Routinen und Abläufe des Gruppenalltags bewusst und gezielt integrieren. Das Kind lernt Mitverantwortung für seinen Körper und seine Gesundheit zu übernehmen. Gezielt fördern wir hier die Körperwahrnehmung, gesunde und bewusste Ernährung, das Grundverständnis über die Bedeutung von Hygiene und Körperpflege sowie positive Geschlechtsidentität (siehe5.2.2). Grundkenntnisse über Sicherheit und Schutz im Straßenverkehr, bei Unfällen und Gefahrenquellen zählen ebenso zu unseren Förderzielen wie Suchtprävention. Wir achten hier besonders auf eine gesundheitsförderliche Ernährung, eine gute Tisch, - und Esskultur, ausreichend Zeit für die gleitende und gemeinsamen Mahlzeiten in enger Zusammenarbeit mit dem Elternhaus. Wir vertiefen gemeinsam mit den Kindern das Verständnis für Körperpflege und Hygiene. Hierfür stehen für jedes Kind Utensilien zur eigenständigen Benutzung zur Verfügung die den hygienischen und sicherheitstechnischen Standards der Sanitärausstattung entsprechen.

3.1

Wichtige Bestandteile unserer Arbeit

3.1.1

Freispiel

Freispiel ist die Zeitspanne im Tagesablauf, in der die Kinder in möglichst freier Selbstbestimmung ihre Tätigkeit wählen und spontan aufbrechenden Spielbedürfnissen nachgehen können. Im Freispiel suchen sie ihr Spielmaterial und ihre Spielpartner selbst aus, setzen sich selbst ihre Ziele und Spielaufgaben und bestimmen von sich aus Verlauf und Dauer eines Spiels.
Das Kind wird hierbei im motorischen, kognitiven, kreativen, sozialen und emotionalen Bereich gefördert.

Freispielzeit ist ein wichtiger Bestandteil der pädagogischen Arbeit damit sich die Kinder ihren Fähigkeiten und Fertigkeiten entsprechend entwickeln können. Hierbei übernehmen die Erzieherinnen eine begleitende und unterstützende Funktion mit Beobachtung und Dokumentation.
Kinder lernen beim Spiel, lernen kann spielend passieren. Spiele können dazu beitragen, dass das Kind seinen Alltag besser bewältigen kann.

3.1.2

gezielte Fördereinheit

Gezielte Fördereinheiten sind Zeitspannen in denen die Erzieherin Inhalte und Ziele einer Aufgabe vorgibt. Auswahl des Materials, Verlauf und Dauer werden weitgehend von der Erzieherin bestimmt und individuell auf jedes Kind abgestimmt.

3.1.3

gleitende Brotzeit

In unserer Einrichtung haben die Kinder die Möglichkeit zwischen 08:45 Uhr und 11:00 Uhr ihren Bedürfnissen entsprechend Brotzeit zu machen. Hierbei ist es uns sehr wichtig, dass eine ansprechende Tisch- und Esskultur am Brotzeittisch herrscht. Die Kinder lernen eigenverantwortlich und selbstständig zu handeln. Die Brotzeit ist ein Teil der Sozialerziehung.

3.1.4

Geburtstagsfeier

Bei jedem Geburtstag eines Kindes gestalten wir in der jeweiligen Gruppe eine kleine Feier. Hierbei steht das Kind im Mittelpunkt und es wird etwas besonderes für das Kind vorbereitet.
Alle Kinder, die in dem betreffendem Monat Geburtstag gefeiert haben, bringen gemeinschaftlich etwas für die jeweilige Gruppe zum Essen mit und die Kinder dürfen an diesem Tag von zu Hause ein gewaltfreies Spielzeug mitbringen.

3.1.5

Projekte

Projektarbeit ist für uns eine sehr vielseitige und sinnvolle Methode, um die Kinder ganzheitlich in ihrer kognitiven, sozialen, emotionalen, kreativen und motorischen Entwicklung sowie in ihrer Persönlichkeit zu fördern. Bei Projekten haben Kinder viele Entscheidungsfreiheiten und Mitbestimmungsmöglichkeiten. Sie konsumieren kein vorgegebenes Angebot, sondern prägen den Projektablauf durch ihre Ideen und Vorschläge mit. Da die Projektaktivitäten unterschiedlich komplex und schwierig sind, finden alle Kinder in ihren entsprechenden Entwicklungsstadien genügend Möglichkeiten sich einzubringen und Anerkennung zu erfahren.

Ziele:

  • Entscheidungskompetenzen fördern
  • Selbständigkeitsentwicklung
  • Erweiterung sozialer Kompetenzen
  • Demokratische Verantwortungsübernahme
  • Themenbezogene Lebensfelder und kulturelle Einrichtungen kennen lernen
  • Erfolgserlebnisse schaffen
  • Lernen wie man lernt
  • Intensives Auseinendersetzen mit einer bestimmten Thematik

3.1.6

Gruppenphasen

Es gibt verschiedene Gruppenphasen die durch bestimmte Merkmale gekennzeichnet sind.
Die Fremdheitsphase ist geprägt durch Zurückhaltung und Beobachtung und löst sich durch den Aufbau erster Kontakte. Im Anschluss folgt die Orientierungsphase, hierbei finden die Kinder ihre Rolle in der Gruppengemeinschaft. Zu beobachten ist hier ein vermehrtes Auftreten von Konflikten unter den Kindern (Rollenfindung). Daraus entsteht die Vertrautheitsphase gemeinsam werden Ziele gesucht, erstes Wir-Denken beginnt. Aber auch Ängste vor dem Druck der Gruppe, vor Zurückweisung und Ausschluss können entstehen. Es folgt die Differenzierungsphase, die Gruppenmitglieder werden in ihrer Unterschiedlichkeit akzeptiert, die Gruppe hält zusammen. Es besteht die Gefahr der Abgrenzung nach außen. In der Abschlussphase lässt das Interesse an Gruppenaktivitäten nach, die Gruppe wird zunehmend unbeweglicher. Die Gruppe spricht von vergangenen Zeiten. Bei der Gruppenpädagogik handelt es sich um bewusst pädagogisch ausgerichtete Arbeit in und mit Gruppen, die auf bestimmten Grundsätzen beruhen und sich bestimmter Arbeitsweisen bedient. Entsprechend der oben genannten Gruppenphasen orientiert sich unser pädagogisches Vorgehen.

3.1.7

Vorschularbeit

Einmal wöchentlich findet unser Vorschulclub statt. In gezielten Fördereinheiten bereiten wir die Vorschulkindern auf die Schule vor. Hierbei legen wir besonderen Wert auf die Förderung der Basiskompetenzen. Siehe hierzu die Ausführung unter Punkt 1.3. Ab Januar können alle Schulanfänger am Würzburger Sprachprogramm „Hören, lauschen, lernen“ teilnehmen. Hierbei werden die Kinder täglich 15 Minuten im sprachlichen Bereich durch, Silbenklatschen, Reime usw. gefördert.

3.1.8

Vorkurs D 240

Die Kinder unserer Einrichtung mit Migrationshintergrund haben die Möglichkeit einen Vorkurs zu besuchen. Dieser findet für alle Migrantenkinder im letzten Kindergartenjahr statt. Zur Gestaltung des Vorkurses kooperieren wir mit der Grundschule in Altdorf. In der Praxis sieht dies so aus, dass ein Teil der sprachlichen Förderung von einer Erzieherin in unserer Einrichtung abgeleistet wird, und ein Teil von einer Grundschullehrerin übernommen wird. Diese kommt hierzu dreimal in der Woche zu uns in die Einrichtung, um die Kinder sprachlich gezielt zu fördern und so den Übergang in die Schule besser bewältigen zu können. Der Besuch eines Vorkurses soll den Kindern helfen in der Deutschen Sprache sicherer zu werden, um den Lerninhalten in der Schule folgen zu können. Hierzu wird die Deutsche Sprache den Kindern auf spielerische und ganzheitliche Art und Weise vermittelt.

4

Themenübergreifende Bildungs- und Erziehungsperspektiven

4.1

Übergänge des Kindes und Konsistenz im Bildungsverlauf

In den ersten sechs Lebensjahren eines Kindes müssen verschiedene Übergänge bewältigt werden, die verschiedenste Basiskompetenzen vom Kind fordern und auch unsere pädagogischen Handlungsweisen herausfordern.

4.1.1

Übergang von der Familie in die Kindertagesstätte

Für Kinder und Eltern ist die erste Zeit in der Kindertageseinrichtung mit starken Gefühlen, nicht selten mit Stress verbunden. Häufig ist es das erste Mal, dass sich das Kind von seiner Familie jeden Tag für einige Stunden lösen und seine eigenen Wege in eine neue Umgebung gehen muss. Diese gemeinsame Verantwortung dem Kind gegenüber erfordert nicht nur Akzeptanz, sondern auch ein Verhalten, dass auf gegenseitige Offenheit und Abstimmung hin ausgerichtet ist.
Das Kind sowie seine Eltern erfahren, dass Übergänge eine Herausforderung sein können. Durch deren erfolgreiche Bewältigung erwirbt das Kind Kompetenzen im Umgang mit immer neuen Situationen im Leben und ist in der Lage, Angebote der Bildungseinrichtung bestmöglich zu nutzen.

4.1.2

Übergang in die nachfolgende Einrichtung

Beim Übergang von einer Einrichtung in die Nachfolgende z. B von der Kinderkrippe in den Kindergarten ist der Wechsel der Tageseinrichtung mit zahlreichen Anforderungen und Veränderungen für das Kind verbunden. Betreuungspersonen und Spielpartner wechseln und das Kind muss sich auf neue Räumlichkeiten, Regeln und Bezugspersonen einstellen. Dabei können sie auf ihre gemachten Erfahrungen und erworbenen Kompetenzen zurückgreifen.

4.1.3

Übergang in die Grundschule

Wir sehen unsere Aufgabe in der Tageseinrichtung als solche, die Kinder langfristig und angemessen auf diesen Übergang vorzubereiten. Die Vorbereitung beginnt am Tag des Eintritts in die Tageseinrichtung.
Das Kind erwirbt Kompetenzen, um zusammen mit den Eltern und anderen Beteiligten die neuen und herausfordernden Aufgaben, die mit den Wechsel in die Schule verbunden sind zu bewältigen. Der Übergang wird vorrangig von folgenden Beteiligten in kooperativer Weise bewältigt: Kinder, Eltern, Erzieherinnen, Lehrkräfte und gegebenenfalls Fachkräfte.
Kinder sind in der Regeln hoch motiviert, sich auf den neuen Lebensraum Schule einzulassen. Dennoch ist der Schuleintritt ein Übergang in ihrem Leben, der mit Unsicherheit einhergeht. Wenn Kinder auf vielfältige Erfahrungen und Kompetenzen aus ihrer Zeit in der Tageseinrichtung zurückgreifen können, sind die Chancen hoch, dass sie dem neuen Lebensabschnitt mit Stolz, Zuversicht und Gelassenheit entgegensehen.

4.2

Umgang mit individuellen Unterschieden

4.2.1

Kinder verschiedenen Alters

In unserer Einrichtung werden Kinder im Alter von 3 bis 6 Jahren betreut. In Einzellfällen können je nach Platzmöglichkeiten und Bedarf auch Kinder unter 3 Jahren aufgenommen werden. In besonderen Fällen z. B. bei einer Schulrückstellung werden Kinder auch bis zum 7. Lebensjahr betreut.
Hervorzuheben sind die sozialen Lernmöglichkeiten. Orientierung ist an Jüngeren und Älteren möglich, Kinder setzen sich hierbei ihre eigenen Entwicklungsschwerpunkte. Kinder lernen vieles leichter von Kindern als von Erwachsenen, da die Entwicklungsunterschiede nicht unüberwindbar groß erscheinen.

4.2.2

Geschlechtersensible Erziehung

Was es bedeutet, männlich oder weiblich zu sein, ist hingegen weitgehend beeinflusst von der jeweiligen Kultur und Gesellschaft, in der ein Kind aufwächst und den damit verbundenen geschlechterspezifischen Erfahrungen. Uns ist es wichtig Jungen und Mädchen gleiche Angebote zu bieten um dem Kind ein differenziertes Bild der jeweiligen Geschlechterrollen zu vermitteln. Die Kindern lernen, dass „weiblich“ und „männlich“ keine uniformen Kategorien sind sondern, dass „Weiblichsein“ und „Männlichsein“ in vielfältigen Variationen möglich ist.

4.2.3

Interkulturelle Erziehung

Unsere Einrichtung wird von Kindern verschiedenster Nationalitäten und Kulturen besucht. Daher ist es uns sehr wichtig Akzeptanz und Anerkennung für andere Kulturen zu schaffen. Interesse und Neugier für die eigene und fremde Kultur soll aufgebaut werden und Vorurteile sollen vermieden werden bzw. gar nicht erst entstehen. In unserer Einrichtung lernen Kinder ein selbstverständliches Miteinander verschiedener Sprachen und Kulturen. Die Kinder haben Interesse und Freude andere Kulturen und Sprachen kennen zu lernen, zu verstehen und sich damit auseinander zu setzen. Interkulturelle Arbeit unterstützen wir durch Angebote wie Betrachtung der Länder auf dem Globus, malen von Fahnen der Länder, Elterngespräche mit Dolmetscher um Sprachschwierigkeiten zu überwinden um nur einige zu nennen.

4.2.4

Kinder mit erhöhtem Entwicklungsrisiko

Unter diesem Begriff sehen wir Kinder unserer Einrichtung, die mit einem deutlich erhöhten Entwicklungsrisiko aufwachsen, wobei die Ursachen sehr vielfältig sind. Die Kinder werden oft auf Grund von Verhaltensproblemen bzw. Entwicklungsrückständen auffällig und sind z. T. von besonderen Belastungen im sozialen bzw. familiären Umfeld betroffen. Auf Grund ihres erhöhten Entwicklungsrisikos ist eine Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft problematisch oder sogar gefährdet.
Wir machen uns fachlich kundig über einzelne Problemfelder. Wir berücksichtigen in unserer Arbeit mit den Kindern aktuelle Fachkenntnisse über bestimmte Störungsbilder (z. B. Hyperaktivität). Es werden geeignete Maßnahmen ergriffen, um soziale Ausgrenzung und Zurückweisung von Risikokindern durch andere Kinder zu verhindern und ihre soziale Beziehung zu stärken.

4.2.5

Kinder mit Hochbegabung

Hochbegabung ist prinzipiell nicht auf den kognitiven Bereich zu begrenzen, sie kann sich z. B. auch im sportlich- motorischen, im künstlerischen oder im musischen Bereich zeigen. Alle Kinder haben einen Anspruch auf individuelle Förderung, daher ist es wichtig, hochbegabte Kinder in der Familie und im Bildungssystem durch angemessene Lernangebote zu stimulieren und herauszufordern.
In den Lebensjahren bis zur Einschulung ist Hochbegabung nur sehr schwer zu diagnostizieren. Deshalb gehen wir mit dieser Bezeichnung sehr vorsichtig um, bei einem begründeten Verdacht (Beobachtung über mehrer Monate) setzen wir uns nach Absprach mit den Eltern mit den jeweiligen Fachkräften in Verbindung.

4.3

Schlüsselprozesse der Bildungs- und Erziehungsqualität

4.3.1

Beobachtung

Beobachtung von Lern und Entwicklungsprozessen ist in unserer Einrichtung Grundlage für pädagogisches Handeln. Aussagekräftige Beobachtungsergebnisse vermitteln uns Einblick in das Lernen und die Entwicklung von Kindern. Sie helfen uns die Qualität von pädagogischen Angeboten zu sichern und weiterzuentwickeln.

4.3.2

Dokumentation

Wir sind gesetzlich zur Dokumentation angehalten. Die Beobachtungen aus oben genannten Lern- und Entwicklungsprozessen werden schriftlich festgehalten und sind Grundlage für Eltern- Lehrer und Fachdienstgespräche. Für alle Kinder werden regelmäßig Beobachtungsbogen geführt. In ihnen werden Entwicklungsschritte der Kinder festgehalten, um so ein weiteres Vorgehen in der pädagogischen Handlungsweise planen zu können.

5

Öffentlichkeitsarbeit

5.1

Was verstehen wir unter Öffentlichkeitsarbeit

Unter Öffentlichkeitsarbeit verstehen wir den umfassenden, strukturierten und dauerhaften Informations – und Kommunikationsaustausch zwischen Einrichtung und Öffentlichkeit einerseits und Einrichtung und Mitarbeiter andererseits.
Aufgabe der Öffentlichkeitsarbeit ist es, ein positives Einrichtungsimage zu erzeugen. Dies gelingt uns dann wenn Informationen und Fakten glaubhaft vermittelt werden und alle Beteiligten bestrebt sind, die Ziele, Grundsätze und Ansprüche ihrer Arbeit transparent zu machen.
Unter einbeziehen der Medien wird in der Öffentlichkeit Verständnis und dauerhaftes Vertrauen aufgebaut und gepflegt.

5.2

Formen der Öffentlichkeitsarbeit

5.2.1

interne Öffentlichkeitsarbeit

Durch die Öffentlichkeitsarbeit, entwickeln wir unser eigenes Profil. Unsere „Philosophie“ wird nach außen transparent gemacht. Dadurch können wir ein positives Image entwickeln und gewinnen so einen Platz in der Gemeinde. Zur internen Öffentlichkeitsarbeit zählen für uns auch Elterninformationen, Aushänge, Elternbriefe, Elterngespräche und unsere „Zippel-Zappel“ Infomaus.

Des weiteren bieten wir Oma-, Opa-, Papatage, Elternabende, Laternen und Schultüten basteln mit Familien an.

5.2.2

externe Öffentlichkeitsarbeit

Zur externen Öffentlichkeitsarbeit zählen für uns Feste und Feiern, Zeitungsberichte und die Teilnahme an öffentlichen Veranstaltungen innerhalb der Gemeinde. Wir nehmen teil an Gottesdiensten, besuchen das Seniorenheim und Vorträge, beteiligen uns an Veranstaltungen der Marktgemeinde unternehmen Ausflüge.

5.3

Vernetzungsarbeit

5.3.1

Kooperation mit der Schule

In unserer Einrichtung findet ein regelmäßiger Austausch mit der Grundschule Altdorf statt. Die Vorschulkinder dürfen einmal im Jahr am Unterricht der ersten Klassen teilnehmen. So werden Hemmungen und Ängste abgebaut und erste Kontakte geknüpft. Die Kinder bekommen einen Einblick in den Schulalltag.
Die Erzieher haben die Möglichkeit einmal im Jahr am Unterricht teilzunehmen um einen Einblick in die Anforderungen der zukünftigen Schulanfänger zu gewinnen.
Zur besseren Kooperation zwischen der Schule und unserer Einrichtung wurden Frau Barth und Frau Niedermeier von seitens der Grundschule Altdorf als Kooperationspartner benannt. In unserer Einrichtung übernimmt diese Aufgabe die Kindergartenleitung Frau Hagl.

5.3.2

Vernetzung mit anderen Kindergärten

In der Gemeinde Altdorf gibt es noch drei weitere Kindergärten. Den Kindergarten St. Josef im Zentrum der Gemeinde, St. Georg in Eugenbach und Villa Kunterbunt unter Trägerschaft der AWO. Auch hier findet ein regelmäßiger Informationsaustausch statt. Absprachen werden getroffen und die Zusammenarbeit koordiniert.

5.3.3

Zusammenarbeit mit Fachdiensten

5.3.3.1

SPZ und BKH

Wir arbeiten intensiv mit dem Sozialpädiatrischen Zentrum und dem Bezirkskrankenhaus in Landshut zusammen. Sie unterstützen uns in der pädagogischen Arbeit und Förderung der Kinder mit Entwicklungsrisiken. Um eine optimale Förderung der Kinder zu gewährleisten ist ein regelmäßiger Austausch zwischen den Fachdiensten, der Eltern und unserer Einrichtung unerlässlich.

5.3.3.2

Ergotherapeuten und Logopäden

Wir arbeiten zusätzlich eng mit entsprechenden Ergotherapeuten und Logopäden zusammen um so Entwicklungsverzögerungen entgegenzuwirken. Sie unterstützen uns in unserer Arbeit mit den Kindern und können im fachlichen Austausch wichtige Hilfestellungen geben.

5.3.4

Gemeinde

Die Gemeinde Altdorf ist für die Abwicklung verwaltungstechnischer Vorgänge zuständig. Dieses umfasst die Abrechnung der Kindergartenbeiträge, ein Beteiligung bei Neuanschaffungen und Reparaturen.
Organisatorische Planungen für unsere Einrichtung werden in Absprache mit dem Träger der Gemeinde vorgestellt und genehmigt.

5.3.5

Kirchenverwaltung

Mit der Pfarrverwaltung werden in entsprechenden regelmäßigen Sitzungen Belange des Kindergartens, vor allem im organisatorischen und finanzwirtschaftlichen Bereich besprochen und geplant. Als Aufgabe diesen Gremiums steht die Eingliederung des Kindergartens in die Kirchengemeinde an oberster Stelle.

5.3.6

Fachschulen/Ausbildungsstätten

In unserem Kindergarten hat man die Möglichkeit einen Teil seiner Ausbildung zu absolvieren. Dieses umfasst Vorpraktikum, Berufspraktikum und Begleitpraktikum. Hierfür findet ein regelmäßiger Austausch mit den Lehrern der entsprechenden Schulen statt. Die praktischen Erfahrungen gekoppelt mit theoretischem Wissen aus Schule und entsprechenden Anleitergesprächen sind unverzichtbarer Bestandteil der Ausbildung hier im Haus und der späteren Abschlussprüfung. Die Praktikantinnen werden befähigt selbstständig und eigenverantwortlich Angebote zu gestalten und eine Gruppe zu führen. Sie können eigene Ideen und Vorstellungen umsetzen und verwirklichen und somit einen reichen Erfahrungsschatz aufbauen.

5.3.7

Trägerverband

Träger ist die katholische Kirchenstiftung St. Othmar Pfettrach mit ihrer Kirchenverwaltung und einer Geschäftsführung, die für unsere Einrichtung zuständig ist.

5.3.8

Kreisjugendamt

In besonderen Fällen arbeiten wir auch eng mit dem Jugendamt zusammen, um Familien bei der Betreuung und Erziehung ihrer Kinder zu unterstützen. Hier ist ein regelmäßiger Austausch zwischen Jugendamt, Eltern und unserer Einrichtung Voraussetzung. Das Jugendamt bietet Beratung für Eltern und Erziehungsberechtigte in schwierigen familiären Situationen sowie auch finanzielle Unterstützung an.

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